PRETTY UGLY: DIE BESONDERE SCHÖNHEIT VON MATIERES FECALES

Bizzar Beauty von Matières Fécales

Was passiert, wenn Mode bewusst hässlich, verstörend und anders sein will und warum fordert Matières Fécales mit ihrer radikalen Ästhetik unsere Schönheitsideale heraus?

Was sind eigentlich Schönheitsideale und gehören diese vielleicht sogar zerstört? Was macht der Schönheitswahn mit uns? Das Fashion-Designer-Duo Matières Fécales aus Paris hat darauf eine ganz eigene Antwort gefunden und verleiht dieser mit einem einzigartigen Lifestyle und einer radikal anderen Ästhetik Ausdruck. Andersartigkeit ist für Hannah Rose Dalton und Steven Raj Bhaskaran dabei eine Maxime.

Es geht um das Bedürfnis, sich selbst auszudrücken, Normen infrage zu stellen und andere Menschen zu inspirieren. Genau diese Vision einer bizarren, düsteren und zugleich faszinierenden Schönheit macht Matières Fécales zu einem der spannendsten Avantgarde-Labels der aktuellen Modewelt. Mit ihrer neuen Matières-Fécales-Kollektion für Frühjahr/Sommer 2027 gehen die beiden noch einen Schritt weiter. Unter dem Titel „The Ninety-Nine Percent“ präsentierten sie ihre Show während der Paris Fashion Week auf der Place de la République.

99 Models of Color standen dabei bewusst im Mittelpunkt. Das Konzept knüpft an die vorherige Kollektion „The One Percent“ an und setzt sich mit Zugehörigkeit, Repräsentation und gesellschaftlichen Machtverhältnissen auseinander.

Und natürlich geht es dabei auch um die ganz eigene Ästhetik des Designerduos. Wer sich die Mode von Matières Fécales genauer anschaut, erkennt eine gewagte Mischung aus klassischem Pariser Chic, experimenteller Couture, Urban Streetwear sowie deutlichen Elementen aus Gothic und Fetish Fashion.

Der düstere und avantgardistische Anspruch zieht sich durch die unterschiedlichen Looks. Dazu kommen Tüll, zerfetzte Silhouetten, Denim, Leder und vor allem ein Make-up, das die Grenzen zwischen Mensch, Alien und Kunstfigur verschwimmen lässt. Verformungen, extreme Accessoires, Masken und ungewöhnliche Körperbilder gehören zu einer Ästhetik, die mit klassischen Vorstellungen von Schönheit ganz bewusst bricht.

Genau darin liegt die spannende Frage dieser Episode: Muss Schönheit überhaupt schön sein, um uns zu begeistern? Auch Rihanna war bei der neuen Show dabei und saß in der Front Row. Sie trug dabei eine Kreation aus der Zusammenarbeit von Matières Fécales und Christian Louboutin.

In dieser Podcast Episode von Lost On Planet Fashion werfen wir einen genaueren Blick auf die Design-Philosophie von Matières Fécales, alternative Schönheitsideale und die Frage, warum Andersartigkeit in der Mode so faszinierend, aber gleichzeitig noch immer so schwer auszuhalten ist.

Vielleicht müssen wir nicht unsere Schönheitsideale zerstören. Vielleicht müssen wir endlich mehr davon zulassen.

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